BREITBAND-MILLIARDEN – WER DIE FÖRDERGELDER DES BMVI BEKOMMT

 

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Manchmal verpasst ein Weitspringer den richtigen Moment, um sich mit dem Sprungbein für einen möglichst langen Satz in die Sandgrube abzustoßen. Er läuft dann einfach durch den geharkten Sand und dem Zuschauer entweicht ein erstauntes „Oh“.

Beim Breitbandausbau befinden wir uns gerade im Anlauf. Die Regierung, vornehmlich das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), will uns weißmachen, dass wir mit rasantem Tempo schnurstracks auf den Absprungbalken zulaufen. Bei genauerem Hinsehen - insofern das die Daten, die das BMVI zur Vergabe der Fördergelder herausgibt, ermöglichen - fällt jedoch auf, dass der Anlauf recht holprig ist. Der Absprung ist gefährdet.

Das „Oh“ wird jedoch ausbleiben und stattdessen ein „Wir haben’s euch gesagt“ von den Oppositionsparteien ertönen. Denn der Sprung, den die Regierung plant, wird höchstens 50 Mbit/s weit sein. Zur Weltspitze gehört Deutschland damit nicht. Doch da wollen wir hin. Und während ein Sportler dafür trainiert, trainiert und noch einmal trainiert, läuft es im Breitbandausbau so, dass der Bürger dafür zahlt, zahlt und noch einmal zahlt - und trotzdem nicht weit kommt. Um das für ihre Bürger zu verhindern, stehen der Stadt Mainz gleich mehrere Möglichkeiten offen, von denen sie aber keinen Gebrauch machen will – vielleicht aus Unkenntnis. Bis hierhin, denn in dieser Ausgabe finden die Mainzer Stadtväter gleich drei Lösungsvorschläge, wie sie den Absprungbalken richtig treffen können.

Ein anderer Weitspringer hat stattdessen einen ordentlichen Satz hingelegt: Tele Columbus startet Mitte Januar 2017 die TV-Plattform advanceTV und überholt damit Vodafone, das bislang eine solche Plattform nur angekündigt hat. Schiebt sich die Nummer 3 der Kabelrangliste an der Nummer 2 vorbei? Vom Einzel- zum Mannschaftsport: Der Satellitenbetreiber SES sucht gerade nach einer neuen Strategie, denn das Spiel, sprich: der Markt, ändert sich rasant. Einige Personalwechsel hat es in der Vergangenheit bereits gegeben, jetzt wird an der Taktik gefeilt. Einer, der sie für die SES im deutschsprachigen Raum umsetzen soll, ist Christoph Mühleib. Wie er sich das vorstellt, erklärt er im Interview mit MediaLABcom.

Für viele Teams geht es jetzt in die wohlverdiente Winterpause. Die dürfte jedoch kurz ausfallen, denn die Anforderungen für die nächsten beiden Jahre sind enorm: Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO), IT-Sicherheitsgesetz, Know-how-Richtlinie. Da kommt einiges auf die Unternehmen zu – vor allem harte Strafen, wenn sie gegen die DS-GVO verstoßen. Rechtsanwältin Anne Baranowski erklärt, worum es im Einzelnen geht.

Ein Veranstaltungshinweis und Kurzmeldungen runden die Ausgabe ab. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und natürlich eine angenehme Lektüre.

Heinz-Peter Labonte, Herausgeber
Marc Hankmann, Redaktionsleiter
Dr. Jörn Krieger, Redakteur

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